Wissen, Vergabe-Wissen
Öffentliche Aufträge gewinnen als Gebäudereiniger
Reinigungsaufträge der öffentlichen Hand legen Flächen und Frequenzen fest und laufen als Rahmenvertrag über mehrere Jahre, wenn die Bekanntmachung das vorsieht. Gewonnen werden sie über eine belastbare Kalkulation je Quadratmeter, die Einhaltung der vorgegebenen Entgeltvorgaben und ein Qualitätskonzept, das die Vergabestelle nachprüfen kann.
Zuletzt überarbeitet am . Dieser Beitrag erklärt die Praxis und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Bekanntmachung, die Vergabeunterlagen und das anwendbare Recht.
Der Beitrag im Einzelnen.
Was steht in einem Reinigungs-Leistungsverzeichnis?
Flächen nach Raumgruppen, Bodenbeläge, Reinigungsfrequenzen je Raumgruppe, Sonderleistungen wie Grundreinigung oder Glasflächen, und die Rahmenbedingungen: Zugangszeiten, Schlüsselverwaltung, Ansprechpartner vor Ort.
Der wirtschaftliche Kern steckt in der Verbindung aus Fläche, Frequenz und Leistungswert. Prüfen Sie die Mengenangaben, bevor Sie kalkulieren, und stellen Sie Abweichungen als Bieterfrage, solange die Fragefrist läuft. Nach Zuschlag sind falsche Flächen Ihr Problem.
Welche Rolle spielen Entgeltvorgaben?
Reinigung ist personalintensiv, deshalb spielen hier Vorgaben zur Entlohnung eine große Rolle: allgemeinverbindliche Branchentarife, dazu in mehreren Bundesländern Tariftreue- und Vergabegesetze mit eigenen Mindestentgelten. Welche Vorgabe konkret gilt, steht in den Vergabeunterlagen.
Rechnen Sie die geforderten Stundensätze in Ihre Kalkulation ein, bevor Sie über die Frequenz nachdenken. Ein Angebot, das die vorgegebenen Entgelte rechnerisch nicht tragen kann, ist angreifbar und kann in einer Nachprüfung zum Thema werden.
Ein ungewöhnlich niedriges Angebot muss der Auftraggeber aufklären (§ 60 VgV). Halten Sie Ihre Kalkulationsgrundlagen bereit, damit Sie eine Aufklärungsanfrage in Tagen und nicht in Wochen beantworten können.
Wo gewinnen Sie Punkte jenseits des Preises?
- Qualitätssicherung: beschriebene Kontrollen, messbare Kennzahlen, benannte Verantwortliche statt allgemeiner Zusagen.
- Personalkonzept: Einarbeitung, Vertretung bei Ausfall, Fluktuationsbegrenzung. Hier entscheidet sich, ob die Qualität über die Laufzeit hält.
- Umwelt: Dosiersysteme, Mittelauswahl, Nachweise. Umweltkriterien können eigenständig gewichtet sein.
- Erreichbarkeit: Reaktionszeiten bei Sonderfällen, klar benannter Objektleiter.
Formulieren Sie diese Punkte überprüfbar. Ein Konzept, das eine Zahl, einen Zeitraum und einen Verantwortlichen nennt, schlägt jede Absichtserklärung.
Wie finden Sie die passenden Verfahren?
Reinigungsdienste liegen im CPV-Bereich der Abteilung 90. Beobachten Sie zusätzlich Facility-Leistungen und Hausmeisterdienste, denn Auftraggeber können diese Leistungen bündeln. Regional eng zu filtern lohnt sich hier besonders, weil Anfahrtswege die Kalkulation bestimmen.
Häufige Fragen.
Wie lang laufen Reinigungs-Rahmenverträge?
Rahmenvereinbarungen dürfen höchstens vier Jahre laufen, außer in begründeten Sonderfällen (§ 21 Abs. 6 VgV). Die genaue Laufzeit steht in der Bekanntmachung und bestimmt, wie weit Ihre Kostenannahmen tragen müssen.
Lohnt sich eine Objektbesichtigung?
Ja, wo sie angeboten wird: ist sie die günstigste Möglichkeit, Mengenangaben zu prüfen, bevor Sie sich auf einen Preis festlegen.
Was, wenn die ausgeschriebene Frequenz unrealistisch ist?
Stellen Sie eine Bieterfrage innerhalb der Fragefrist. Die Antwort geht an alle Bieter und schafft eine gemeinsame Kalkulationsgrundlage.
Ihre Suche. Ihr Profil. Ihr Match.
- Öffentliche Suche: kostenlos, ohne Anmeldung.
- Pakete: Angebot auf Anfrage, per E-Mail.